Eine Mutti möchte nicht ins Elysium

Seit Sommer 2017 wird hier über die Hexenjagd gegen die ehemaligen Betreiber, Mitarbeiter und Nutzer des einstigen Forums namens Elysium im TOR-Netzwerk (“Darknet”) berichtet. Dort hatte man unter anderem im Einklang mit dem Recht auf Informationsfreiheit als Teil der Meinungsfreiheit Darstellungen sexueller Selbstbestimmung “minderjähriger” Personen (“Kinder– und Jugendpornographie“) zur Verfügung gestellt. Zuletzt hatte der in solchen “Fällen” übliche politische Schauprozess vor dem Landgericht Limburg begonnen. Über eine höchst lächerliche Verteidigungsstrategie und das groteske Verhalten der Angeklagten wurde hier berichtet. Nun zieht sich dieses Hexentribunal weiter in die Länge und nimmt immer absurdere Formen an. Mehr dazu und weitere Märchen in diesem Bericht.

Bisher erlebten wird vor dem Landgericht im rechtskatholischen Limburg an der Lahn (Hessen) eine wahre Märchenstunde, wie sie die Gebrüder Grimm und Baron Münchhausen zusammen nicht besser hinbekommen hätten. Statt sich als Opfer politischer Verfolgung und einer Folge von erheblichen Menschenrechtsverletzungen darzustellen und ihr Handeln politisch zu rechtfertigen präsentiert man groteske Geschichten von “braven gesetzestreuen Bürger” , der eigentlich ganz im Ungeist der systemimmanenten Missbrauchideologie  die Verbreitung von “Kinder- und Jugendpornographie” “bekämpfen” wollte und macht sich so derart lächerlich, dass dieser Hexenprozess nun tatsächlich zur Komödie mutiert. Nicht viel weniger komisch ist die Behauptung lediglich als Moderator auf die Einhaltung der Forenregeln geachtet haben zu wollen. So entsteht dann der Eindruck, dass sich niemand der bisher im Schauprozess vernommenen Angeklagten sich in irgendeiner Form für Darstellungen sexueller Selbstbestimmung “minderjähriger” Personen interessiert und Erinnerungslücken erledigen den Rest bei dieser aberwitzigen Märchenstunde von allen Seiten. Über die fachliche Qualität der hier tätigen Strafverteidiger lassen sich hier nur wenig erfreuliche Mutmaßungen anstellen. Den bisherigen Verlauf dieses Verfahrens kann man in den früheren Artikeln hier nachlesen. die enstsprechenden Verlinkungen erfolgen wie immer auch am Ende dieses Berichts. Nun ging die eigenartige Märchenstunde aus einer anderen Richtung weiter und es zeigen sich hier die Auswirkungen der letzten verfassungs- und menschenrechtswidrigen Strafverschärfung auf diesem Gebiet. Denn man befasste sich plötzlich ausführlichst mit einem Foto auf dem lediglich ein Junge auf irgendeine nicht näher bestimmte Art und Weise “posierte” und damit jetzt das Inquisitionsgericht beschäftigte. Die Systempresse berichtete unter anderem wiefolgt:

 

 

“Vor dem Landgericht Limburg (Hessen) belastete der Hauptbeschudigte aus dem Staufen-Fall den mutmaßlichen “Elysium”-Administrator. Der Administrator soll ihn beauftragt haben, Fotos des missbrauchten Jungen aus Staufen anzufertigen. Im Prozess um die Kinderporno-Plattform “Elysium” hat der Hauptbeschuldigte im Missbrauchsfall von Staufen, Christian L., über einen der vier Angeklagten ausgesagt. L. habe sich am Donnerstag vor dem Landgericht Limburg umfangreich geäußert, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt. L. habe demnach gesagt, im Auftrag des mutmaßlichen “Elysium”-Administrators, einem Mann aus Tübingen, Nacktfotos des Sohnes seiner damaligen Partnerin angefertigt zu haben. Der Junge sei auf den Bildern in “verschiedenen sexualisierten Posen” zu sehen gewesen. (…) Der Zeuge war vor einigen Monaten vom Landgericht Freiburg zu zwölf Jahren Haft mit Sicherungsverwahrung verurteilt worden. (…) Die Generalstaatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann über die Plattform “Elysium” mit dem Angeklagten in Kontakt gekommen war. Die bestellten Bilder sollen eine “persönliche Widmung” für den Angeklagten beinhaltet haben. (…)”

 

Quelle/vollständiger Text: SWR-Aktuell: Prozess um Kinderporno-Plattform “Elysium” Staufener Hauptbeschuldigter als Zeuge im “Elysium”-Fall

 

Hier zeigt auf sehr perfide Art und Weise, wie sich infolge politisch motivierter menschenrechtswidriger Strafvorschriften  (§§ 174, 176, 176a, 182, 184b, 184c , 184d und 184e StGB) angeklagte bzw. verurteilte Personen untereinander in die sprichwörtliche Pfanne hauen. Über den medial aufgeblasenen “Missbrauchsfall” aus Staufen wurde hier nicht berichtet, da die eigentlichen Zusammenhänge infolge der desinformierenden  “Berichterstattung” der Systempresse bzw. der Systemmedien keine Rückschlüsse auf die tatsächlichen Umstände, die zu diesem Verfahren führten zuliessen. Hier war unter anderem von Vergewaltigungen und Verkauf eines Jungen zu diesem Zweck die Rede, wobei hier bei genauer Betrachtung der öffentlichen Berichterstattung gewisse Zweifel bleiben und daher hier auf eine eigene Verarbeitung dieses “Falles” verzichtet wurde. In diesem Zusmmanehang braucht man nur zu wissen, dass sich infolge der zitierten grundgesetzwidrigen Strafparagraphen auch einvernehmliche und selbstbestimmte sexuelle Handlungen zwischen einem erwachsenen Mann und einem Jungen juristisch einer tatsächlichen Vergewaltigung gleichgestellt werden. Wenn man einmal anmmimmt, dass bei den  staufener Vorfällen Gewalt im Spiel war ist es umso erschreckender, dass infolge oben aufgezählten Strafgesetze letztlich ein Bild mit einem irgendwie “posierenden” Jungen auf der gleichen Ebene vor einem “Gericht” verhandelt werden wie tatsächliche erhebliche Gewalttaten. So zeigt sich im Ergebnis, dass dieser im Grunde völlig überflüssige Auftritt vor einem aus bürgerrechtlicher Sicht ebenso zweifelhaften Gericht eine unmittelbare Folge der erwähnten letzten verfasungswidrigen  Ausweitung und Verschärfung der genannten mit Grund- und Menschenrechten unvereinbaren Strafgesetze darstellt. Ausserdem bestätigt diese Inszenierung die These, dass es sich hier um einen politsichen Schauprozes handelt. Der Umstand einer “persönlichen Widmung”  auf den inkriminierten Fotos lässt zudem auf eine grundsätzliche selbstbestimmte Freiwilligkeit des Jungen schließen. Somit zeigt sich auch hier wieder exemplarisch die Anwendung eines Täter– und Gesinnungsstrafrecht, welches mit rechtsstaatlichen Prinzipien unvereinbar ist. In seltenen Ausnahmefällen bestätigt sich diese Tatsache auch ihrer Umkehrung, sobald die beschuldigte Person nicht in das ideologisch-politische Muster passt. Sobald eine Person ins Netz der Hexenjäger gerät, der man eine “pädophile”/”hebephile” Gesinnung nicht unterstellen möchte bzw. dies ideologisch unerwünscht ist kann so ein Verfahren infolge des Betrachtens und des Besitzes von Darstellungen sexueller Selbstbestimmung “minderjähriger” Personen auch ganz anders verlaufen. hierzu reicht es offensichtlich eine Frau und vor allem eine “Mutti” zu sein wie folgendes Beispiel zeigt:

 

 

“Der Fall einer Radebeulerin zeigt, wie schnell auch Unschuldige in die Fänge der Justiz geraten können. Jeweils zwischen fünf und sechs Verhandlungen wegen des Besitzes und des Verbreitens von Kinderpornografie gab es in den vergangenen Jahren am Amtsgericht Meißen. Stets waren die Angeklagten Männer. Nun aber wird dies einer Frau vorgeworfen. Die 47-jährige Radebeulerin, die verheiratet ist und einen Sohn hat, soll insgesamt fünf derartige Fotos auf Rechnern gehabt haben. Kinderpornos für Mutti? (…) Die Staatsanwaltschaft ist davon jedenfalls überzeugt, erlässt einen Strafbefehl,(…) dagegen geht die Radebeulerin in Einspruch. Zur Verhandlung, die jetzt am Amtsgericht Meißen stattfand, erschien sie aber nicht. Sie ließ sich von einem Anwalt vertreten (…) Die Polizei hat herausgefunden, dass auf drei Computern (…) die sich in der Wohnung der Familie befanden, insgesamt fünf Kinderpornos gespeichert waren, also Fotos von Personen, die jünger als 14 Jahre sind und sexuelle Handlungen vornehmen. Es folgte eine Wohnungsdurchsuchung, alle drei Computer wurden beschlagnahmt. Die Geräte wurden in der Küche und im Kinderzimmer gefunden. Doch die Frau streitet ab, irgendetwas mit den verbotenen Bildern zu tun zu haben. (…) jeder, der sich in der Wohnung befand, hatte Zugriff auf die Computer, also auch der Ehemann, der Sohn, aber auch alle anderen Personen, die sich zur Tatzeit im Jahr 2014 in der Wohnung aufhielten. Doch wie kam die Staatsanwaltschaft darauf, dass die Frau die Täterin war? Das lag wohl daran, dass der Name des Benutzerkontos „frau“ lautete. Von den fünf Fotos waren drei gelöscht, zwei weitere befanden sich im Browserverlauf. Doch trotz der Löschung konnten die Dateien nachgewiesen werden. (…) Dass sich auf den Rechnern kinderpornografisches Material befand, kann also nachgewiesen werden. Nicht nachzuweisen ist jedoch, wie, wann und durch wen die Dateien auf die Rechner geladen wurden. So muss die Angeklagte freigesprochen werden. Sie erhält die beschlagnahmten Computer zurück, aber nicht nur das: Für die Strafverfolgungsmaßnahmen wie die Wohnungsdurchsuchung sprach das Gericht der Radebeulerin eine Entschädigung zu.

 

Quelle/vollständiger Text: Sächische.de: Kinderpornos für Mutti? (Von Jürgen Müller)

 

Der hier dargestellte Verlauf eines solchen  Verfahrens hat schon etwas fast “märchenhaftes” Die Grundlage  ist hier natürlich die gleiche menschenrechtswidrige Strafnorm wie im Fall Elysium . Wobei die Strafverfolger allerdings offensichtlich annehmen, dass eine “Mutti” nicht ins Elysium möchte und somit auch über keine Gesinnung verfügt, sich hinsichtlich sexueller Selbstbestimmungsfähkeit von Kindern und Jugendlichen informieren zu wollen.  Allerdings fällt schon der auf, dass die Hexenjagden inzwischen doch mit einer erschreckenden Konsequenz angegangen werden; Dies bestätigt wieder die politische Bedeutung dieses Themas. Offensichtlich handelte es sich hier fünf Fotografien, die hier zu einem derartigen Steuergeld verschwendenen Aufwand führten.  Hier kamen die Verfolgungsbehörden dann tatsächlich zu dem richtigen Schluss, dass sich “Täterin” oder “Täter” nicht eindeutig festellen lassen und daher ein Freispruch erfolgen muss. Die geraubten Computer und vermutlich weitere Gegenstände wurden zurückgegeben und die Frau “Mutti” erhält eine Entschädigung. Spätestens bei dem letzten Punkt befinden wir uns weit im Märchenreich, denn der juristische Standard sieht bei diesem Thema nun wirklich anders aus, selbst wenn es sich nur um eine handvoll Bilder handelt, die möglicherweise auch nur einen Jungen zeigen können, dessen Hose geringfüfgig verrutscht ist. Wenn es sich um einen männlichen Angeschuldigten handelt, dem man sowieso schon eine politisch unerwünschte “sexuelle Gesinnung” unterstellt kommt doch ein völlig anderes Ergbnis heraus. Selbst bei wenigen Bildern ist heute eine Freiheitsstrafe zur Bewährung mit einer menschenrechtsverletzenden Auflage zur politisch anpassenden Gehirnwäsche eher die Regel als alles andere, wie unter anderem dieses Beispiel zeigt. Wäre der Name des Benutzerkontos nicht “frau” gewesen sondern “mann” oder “sohn” wäre dies Verfahren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anders verlaufen und man hätte die Beschaffung und den Besitz dieser Bilder einer Person zugeordnet nach Gutsherrenart, wie es sonst meist üblich ist. Auch die Rückgabe der geraubten Gegenstände und erst recht eine  finanzielle Entschädigung finden selbst dann meist nicht statt, wenn ein Verfahren eingestellt werden musste oder zu einem Freispruch führte. Die Rückgabe geraubter Computer und anderer Gegenstände müssen meist kostenaufwendig juristisch mit anwaltlicher Hilfe betrieben werden und mir ist kein einziger Fall bekannt (und ich kenne durchaus ein beachtliche Zahl solcher menschenrechtsverletzender Strafverfahren) bei dem ein Justizopfer, dass nicht verurteilt werden konnte eine Entschädigung erhalten hat. Nun waren diese Personen allerdings immer männlichen Geschlechts. Somit bleibt die Frage, ob alle Menschen vor dem “Gesetz” gleich sind oder ob gerade wenn es um sexualpolitisch motivierte Strafverfahren geht Frauen bzw. “Muttis” nicht doch ein wenig “gleicher” sind und mit zweierlei Maß gemessen wird.

Siehe hier auch:

Sommerpause beendet – Märchenstunden im Elysium

Sommerloch – kleine Sommerpause 2018, Elysium und andere Restbestände

BRD – Gesinnungsstrafrecht: Dreieinhalb Jahre Knast für die Verbreitung von Darstellungen sexueller Selbstbestimmung

Schwerer Schlag gegen sexuelle Selbstbestimmung und Meinungsfreiheit

BRD Gesinnungsstrafrecht: Wenn ein Aufklärungsfilm zur “Kinderpornographie” mutiert

Schlimmer gehts nimmer: Hexenjagd infolge eines Bildes, das einen bekleideten Jungen zeigt

Schaurige Bilderstürmer – Systempresse macht wieder Propaganda für Hexenjäger

Bilderstürmer: Die Folgen eines Irrsinns…

26.01.2015 – Rechtsstaat endgültig BRDigt – Verschärftes Sexualstrafrecht in Kraft getreten

BRD-Sexualstrafrecht – ein vergifteter USA-Import

Auch kein Kinderkram…

Nichts ist unbeliebter als die Wahrheit

Welche Anforderungen muß ein Strafgesetz erfüllen?

Buchtipp: Uncle Sam’s Sexualhölle erobert die Welt…

Jan Rouven – Hexenprozess in den USA zieht sich weiter hin

Und nach dem Raubzug folgt die Inquisition…

Das Lügenmärchen von der “kindlichen Unschuld” (I)

Das Lügenmärchen von der “kindlichen Unschuld” (II)

Hexenjäger – auf den Hund gekommen

Hexenjagd International

Pubertätsmystik- extended- von Kurt Hartmann

Der alltägliche Bildersturm (II) und pseudowissenschaftliche Propaganda…

Der alltägliche Bildersturm….

Viel Hokuspokus und der Kinderpornoparagraph – GiGi-Nr.52

Sexualstrafrecht – Justizverbrechen – Menschenrechtsverletzungen Grundrechteabbau – totalitärer Staat

Das impotente Kind – Sexualmoral vs. Ethik (GiGi Nr. 38)

“Lex Edathy” – Die Folgen eines Gesinnungsstrafrechts – Ein Beispiel

und andere mehr….

 

 

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3 Kommentare zu “Eine Mutti möchte nicht ins Elysium”
  1. Die “Radebeulerin” wurde frei gesprochen und erhielt daher eine Entschädigung. Die Verfahrenskosten gingen zu Lasten der Staatskasse. Aber meist sind die Staatsanwälte schlau genug, es zu keiner Anklage kommen zu lassen, sondern das Verfahren einzustellen. In solchen Fällen ist regelmäßig unklar, ob es überhaupt eine Entschädigung gibt, und das weite Feld der “Gefahrenabwehr” (Prevention) ist eröffnet. Wehrt sich der Betroffene, dann landet die Angelegenheit vor dem Verwaltungsgericht. Hier ist dann für die Justiz Gelegenheit, auch dem zu Unrecht Verdächtigten noch mal eins drauf zu geben. Am Verdacht wird schon irgendwie irgendwas dran sein, wie es dann die gerne zitierte “polizeiliche Erfahrung” lehrt, die mit “Erfahrung” im landläufigen Sinn natürlich nichts zu tun hat. Dann müßte der Verdächtige (der bei einer Verfahrenseinstellung niemals aufhört Verdächtiger zu sein) schon seine Unschuld beweisen können, um i.d. Genuss einer Entschädigung zu kommen! Im Prinzip findet eine Umkehrung der Beweislast statt mit, nachfolgender “Verurteilung” durch ein Verwaltungsgericht, im Sinne der öffentlich Sicherheit, über den Umweg der “Gefahrenabwehr”!

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